Immer der Sonne nach - Teil 2

Im ersten Teil waren starteten wir in den Bayerischen Wald, um dort die ersten zwei Nächte zu verbringen.

Wir kehren dem Bayerischen Wald morgens um 9.30 Uhr den Rücken und machen uns gen Süden auf den Weg. Durch Passau wurschteln wir uns Richtung Salzburg. Das Wetter wird immer besser und die Straßen sind angenehm zu fahren.

Östlich von Salzburg schlängeln wir uns entspannt am Wiestalstausee entlang bis wir auf die Salzach stoßen. Dieser folgen wir bis kurz vor Bischofhofen. Doch vorher hat ein leichtes Magengrummeln uns ins Gasthaus Stegenwald abbiegen lassen. Mal wieder rechtzeitig, bevor MC Rüttelplatte kurz nach uns den Altersschnitt schlagartig in die Höhe getrieben hat.

Auf in den Süden

Katschbergpass

Die Stärkung, das schöne Wetter und die tolle Landschaft beflügeln unsere Weiterfahrt. Vor Bischofshofen biegen wir südöstlich ins Pongau ab. Untertauern, Obertauern und weiter nach St. Martin im Lungau. Hier halten wir uns weiter in südlicher Richtung zum Katschbergpass. Der Verkehr wird dichter, da einige Dosenfahrer sich wohl die Maut für den Katschbergtunnel sparen möchten.

Kehren hat dieser Pass nur eine einzige - von unserer Richtung abwärts, dafür quälen sich so manche schwachmotorisierte Bürgerkäfige den Berg hinauf. Bis auf 1641 Meter zieht sich das Asphaltband. Eigentlich ganz guter Belag, bis auf ein paar Stellen mit Bitumenstreifen in der Kurve. Da haben sich ein paar Mal leichte Schweißperlen gebildet, weil Chilailis Vorderreifen merklich wegrutschte. Schatzi ging es ähnlich. 

Bei einer max. Steigung von 13% waren einige Schnecken in Dosen vor uns, so waren wir geradezu gezwungen, diese Schleicher zu überholen. Manchmal fragt man sich, wie die sonst im Straßenverkehr zurecht kommen.

Auf dem Weg den Katschbergpass hinunter sorgte ein Hamburger Flachlandtiroler für kritische Momente, denn der fuhr so langsam, dass ich gefühlt in der einzigen Kehre fast umgefallen wäre ... und wir wissen ja: in Kehren ist immer ein Bein zu kurz ;-)

Obermillstatt

Damit dachte ich, hätten wir den unangnehmsten Teil der Reise hinter uns gebracht mit den vielen Autos. Freu Dich nicht zu früh! Mit einem kleinen Verfahrer in Gmünd i. K. folgen wir dem Flüsschen "Lieser" nach Seebach. Hier biegen wir ab ans nördliche Ufer des Millstätter Sees. Durch Seeboden geht's am See entlang bis Millstatt. Unsere Unterkunft befindet sich in Obermillstatt.

Am Flüsschen "Lieser" entlang

Hier zeigt das Präfix "Ober" seine tatsächliche Bedeutung: Obermillstatt liegt 246 m Höhenmeter direkt oberhalb des Hauptortes Millstatt. Und dieser Höhenunterschied wird fast auf direktem Weg mit einem häßlich ansteigenden Zubringer geschmückt und mit einer, für unsere Moppeds notwendigen 1.-Gang Kehre, vollendet.

Hotel Lammersdorf

Na super! Hier oben haben wir uns also für vier Nächte einquartiert. Egal Karl, man muss ja Herausforderungen annehmen - oder so...

Das Hotel befindet sich etwas außerhalb des Dorfes im Ortsteil Lammersdorf, machte einen etwas angeschlagenen Eindruck: Die Außenanlagen eher lieblos gepflegt, kaum Menschen zu sehen. Aber ein "Bikers Welcome" Schild nebst verrostetem Chopperchen begrüßten uns wenigstens.

Das Zimmer war in keinem besseren Zustand: Ein briefmarkengroßer Fernseher, verbunden durch aufputz verlegte Kabel mit einer blickfesten Steckdose, ein Bad, das in 80er-Jahre Flieder-Lila glänzte und ein Balkon, den Wespen für sich als Lebensraum beanspruchten. Auch egal, wir wollten unseren Urlaub nicht auf dem Zimmer verbringen.

Nach der Anfahrt hatten wir uns auf jeden Fall das obligatorische "Happy-Landing-Bier" verdient. Auf der Terrasse genossen wir entspannt ein Gösser Natur-Radler. Da wir auch noch einen Bärenhunger hatten, lag es nahe, die Karte zu ordern.

Mh, da hatten wir Rechnung ohne den Wirt gemacht. Die Küche mache erst später auf, weil sie irgendwelche Probleme mit dem Koch hätten. Gut, dann warten wir eben noch etwas und überbrücken die Zeit mit einem weiteren Radler. Endlich war der Zeitpunkt für's Essenfassen gekommen ... und was dann aus der Küche getragen wurde, war eher enttäuschend. Convenience Food aus der Mikrowelle.

Damit stand fest, dass wir wohl die zwei Kilometer Fußmarsch für den nächsten Abend einplanen mussten, um in Obermillstatt etwas Richtiges zu essen zu bekommen.

Die Touren-Planung mittels Calimoto für den kommenden Tag hatten wir auch schon erledigt: Eine Rundtour mit Nockalm und Gailbergpass standen auf dem Programm. Das Wetter war leider nicht so optimal vorhergesagt.

Doch dazu im nächsten Teil mehr...