Suzuki VS 1400 Intruder

Willkommen: Morticia, meine Intruder VS1400

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Wie die Zeit vergeht! Jetzt ist Morticia schon fast ein Jahr in der Motorradfamilie und ich habe sie noch gar nicht richtig vorgestellt! Dabei hat sie doch schon einiges erlebt ....

Die neue Alte! Gekauft im November 2020, zugelassen am 01. Dezember 2020 im größten Schneegestöber.

Warum nur? Warum wieder eine Intruder? 

Weil für mich die 1400er Intruder der schönste klassische Japan-Chopper ist: 19"/110er Vorderrad, flacher Lenkkopfwinkel, wunderbar gerippter 45° V2 mit genügend Bumms. Letzteres ist es auch, was mir ein wenig bei Chilaili fehlt.

Außerdem wollte mir beim Harley-Händler in Gmünd auch niemand was verkaufen. Dabei war es doch nur ne Softail Standard, für die ich gerne mein Geld ausgegeben hätte. Das ist eine andere Geschichte ...

So habe ich mich im Oktober 2020 auf die Suche nach ner einigermaßen gut umgebauten 1400er Intruder gemacht. Zack! da war sie auch gleich auf mobile.de. Es gibt ja keine Zufälle.

Den Verkäufer angeschrieben, mit ihm telefoniert und Besichtigungstermin ausgemacht. Tja was soll ich sagen? Es war Liebe auf den ersten Blick.

Dezember ist nicht gerade die Zeit, in der man ein Motorrad auf den eigenen Rädern überführt. Besonders nicht vom Allgäu über die Schwäbische Alb.

Es war kalt und fieseliges Nebelwetter, als wir Morticia auf den Hänger luden und sie ins gelobte Land holten. Allerdings musste sie erst einmal in Quarantäne, nämlich zu Deutzi und der Yamaha in die Garage. Man weiß ja nie, was die so für Krankheiten mitschleppt.

Am 19. Februar 2021 haben wir dann die gute Intruder zum Leben erweckt. Mühelos und ohne Mucken ist sie gleich angesprungen. So lob ich mir das! Schließlich war für die nächsten Tage gutes Wetter angesagt. Da sollte sie gleich zeigen, was in ihr steckt.

Die erste Intruder - Ausfahrt

Am 26. Februar 2021 war es dann endlich so weit! Das Wetter war gut, ich war gut gelaunt und ein wenig aufgeregt, als ich mich in Richtung Garage aufgemacht habe.

Das Garagentor schwang hoch und mir schlug der Dieselgeruch von Deutzi entgegen. Damit ich die Intruder aus ihrer Behausung rollen konnte, musste ich erst noch die Yamaha an die Seite rangieren, um dann die VS1400 durch den schmalen Auslass an Deutzi vorbei auf den Hof zu dirigieren.

Sagte ich, dass sie beim Aufwecken gut angesprungen ist? Ja? Nun gut, jetzt nicht.

Alles überprüft: Choke offen? Check! Licht aus? Check! Also dann noch mal den Schlüssel umdrehen, Kupplung ziehen, Starter drücken. Nach ein paar Hustern sprang sie endlich an. Perfekt!

Die Gute mit laufendem Motor etwas vorrollen, Gang raus, zurück zum Garagentor, schließen, zum Motorrad, Helm auf, Handschuhe an und .... Ach Du Scheixxe! Klappt die den Ständer ein, legt sich einfach schlafen und macht sich dabei noch in die Hose: Sprit läuft aus dem nicht ganz dichten Tankdeckel auf den Hof. So haben wir nicht gewettet, Madame!

Schnell die Kiste wieder aus gemacht, Helm runter gerissen, kurz einen Überblick verschaffen und dabei schwitzen wie ein Elch, weil ich die dicke FLM Jacke anhabe.

Was hat man auf der Youtube Universität gelernt, wie man ein Motorrad hochhebt? Genau das kam dann zur Anwendung. So ging das auch ganz einfach, eine 1400er Intruder wieder von der stabilen Seitenlage auf die Räder zu stellen.

Chopper aufheben

Würde ich noch rauchen, hätte ich mir danach erst mal eine Zigarette angesteckt. Außerdem war ich mittlerweile patschnass geschwitzt. Also noch mal das Prozedere: Helm auf, Handschuh an, draufsetzen, Choke auf, Licht aus, starten - läuft. 

Puh, was für ein Start! Dann ging's aber endlich los. Es war, als hätte ich nie was anderes gefahren. Ein herrliches Gefühl, diesen Eisenhaufen durch die sich bereits ankündigende Frühlingsluft zu treiben. Zum eingrooven bin ich unsere Haus- und Hofrunde durch's Kochertal gefahren. Ich war ziemlich überrascht, wie agil (für so ein Motorrad) sie sich hat durch die Kurven und Kehren zirkeln lassen. Irgendwie war meine Erinnering von Susi Sorglos anders geprägt.

 

Es geht nichts über eine Zweit-Intruder

Tja, Morticia ist genau richtig gekommen. Denn ohne sie hätten wir nämlich gar nicht erst in den Urlaub fahren können. Schatzis Trude musste nämlich mehrfach in die Betty-Ford-Klinik für saufende Motorräder. Nach einer Genick-OP (Lenkkopflager wurde neu gemacht - nach 100.000 Kilometern ist das schon mal drin) fing sie aus unerfindlichen Gründen an zu saufen.

Mehrere Aufenthalte im Zweiradwerk Felix Bart mit Luftfilterwechsel, neuen Zündkerzen, Vergaser Synchronisierung, schienen nicht zu fruchten. Immer tiefer schaute sie ins Benzinglas und Schatzi wurde immer unglücklicher. Ein letzter verzweifelter Versuch von Felix' Mechaniker Markus, der mit dem sanften Händchen für Intruder, und eine komplette Überholung der Vergaser brachten den bahnbrechenden Erfolg.

Zwar wurde Trude noch kurz vor unserem Urlaub wieder entlassen, doch irgendwas war komisch mit dem Anlasser. Oder auch nicht. Oder doch ... Egal, Trude schien nicht mit in den Urlaub zu wollen, so musste Morticia mit.

 

Ab in den Urlaub

Morticia ist durch ihren Umbau nicht wirklich geeignet, als Urlaubsmotorrad zu fungieren. Trotzdem war das unsere einzige Möglichkeit, doch noch auf die Reise zu gehen. Schatzi musste sich ja mit ihr abquälen ;-) während meine Scout als Packesel diente.

Was soll ich sagen? Nachdem wir fröhlich unsere erste kurze Etappe hinter uns gebracht hatten, zickte Madame am zweiten Tag herum. Geplant war die Überfahrt nach Kärnten, über den Großglockner. Von Lenggries in der Früh weiter, an der ersten Tankstelle am Achensee haben wir die durstigen Mädels getränkt. Diese ist eine reine Automaten-Station. Ich stand schon in den Startlöchern zur Straße und wartete nur noch auf Schatzi ... Über das SENA kam nur: "Sie springt nicht an".

Gratulation! Einmal wenden, Chilaili abstellen, Hilfe besorgen. Ein netter junger Mann kam mit seinem VW Bus und hat versucht sie zu überbrücken: Angesprungen ist sie tadellos, doch sobald man die Masse entfernt hat, ging sie aus. Wir haben also schon das Schlimmste befürchtet. Long Story short: ÖAMTC angerufen, Problem geischildert und nach 30 unendlichen Minuten bei langsam steigenden Temperaturen waren wir glücklich, dieses kleine gelbe Auto samt seines Fahrers zu sehen.

Batterie durchgemessen - vollkommen platt. So durfte Morticia huckepack am Achensee entlang, ins 30 Kilometer entfernte Schlierbach. Ich natürlich auf der Scout hinterher. Der Herr vom ÖAMTC hat's echt fliegen lassen. In Schlierbach beim Autobedarf Werner Mühlhans gab's tatsächlich eine passende Batterie für eine VS 1400. Halleluja!

Eingebaut, durchgemessen, die Batterie lädt während man Gas gibt. So stand unserer Weiterfahrt nichts entgegen. Mit zwei Stunden Verspätung sattelten wir also wieder die Hühner und brachen auf, um über den Großglockner nach Oberdrauburg in Kärtnen zu fahren.

Für den restlichen Urlaub war sie vollkommen unauffällig und hat Schatzi gut überall rauf und runter gebracht. Ich möchte hier nicht unseren Urlaubsbericht vorwegnehmen.

Ich werde je nach Wetter, sie noch ins Zweiradwerk Felix Bart bringen. Es müssen einige Änderungen vorgenommen werden. So brauche sie vorne eine neue Bremsscheibe, da die jetzige einen leichten Schlag hat, außerdem Stahlflexleitungen und eine USB-Buchse. Bei der Bremsscheibe werde ich auf eine gelochte umsteigen, damit die Wärmeabfuhr etwas besser ist, als mit der Originalen. Der Hinterreifen muss getauscht werden und vielleicht lasse ich andere Federbeine einbauen. Momentan ist das kürzeste Federbein verbaut, was man an so eine Trude machen kann. Das ist weder angenehm beim Fahren, noch gut für die unterm Fender verlegten Kabel. Der Fender schleift nämlich das ein oder andere Mal bei Unebenheiten am Reifen. Was zur Folge hat, dass die Kabel von der Rückleuchte in Mitleidenschaft genommen werden.

Alles in Allem war der Kauf eine gute und richtige Investition - Willkommen in der Familie!


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