Kevlarjeans für Bikerinnen

Seit ich Motorradfahre, hat sich eine einigermaßen stattliche Sammlung an Hosen entwickelt ;-) Zwei Lederhosen und drei Kevlarjeans und eine Kevlarlegging nenne ich momentan mein Eigen.

Als ich jetzt dafür noch mal im Netz recherchiert habe, ist mir aufgefallen, dass es einige Hosen schon gar nicht mehr zu kaufen gibt, werde sie aber trotzdem mal vorstellen.

Reihenfolge von neu nach alt ...

Vanucci Cordura Damen

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Die Vanucci Cordura Damen Kevlar Jeans Slim Fit hat mir Louis gesponsort. So slim fit ist sie allerdings nicht, besonders nicht an den Waden. Zumindest für meine dünnen Waden ;-) 

Wie der Name schon sagt, ist diese Hose ein Mix aus Baumwolle mit Cordura und Kevlareinlagen an den entsprechenden Stellen.

Der Bund ist angenehm hoch geschnitten, mir in der Taille etwas zu weit, so dass ich meistens einen Gürtel trage. 

In dieser Saison habe ich diese Hose relativ oft getragen. Nach dem ersten Ausflug bei bestem Sonnenschein, habe ich beschlossen, die Hose nur noch zu tragen, wenn es nicht so sonnig aber angenehm ist. Schwarz hat eben die Eigenschaft, die Sonnenstrahlen zu absorbieren = es wird warm.

Mir hat sie in der Hüftbeuge beim Sitzen ein wenig zu viel Stoffwulst, wenn man mit Motorrad mit vorverlegten Fußrasten unterwegs ist. Das wird auf Dauer etwas unangenehm.

Gewaschen habe ich sie auch schon einmal. Die Hose wird dann etwas steif, was aber nach ein paar Mal tragen weg ist. Das Schwarz ist noch schwarz.

Alles in Allem eine gute Hose. Mittlerweile hat Louis den Preis fast halbiert. Wer also für die kommende Saison noch eine Kevlar Jeans sucht, sollte hier zuschlagen. Sofern Schwarz für den Sommer kein Problem darstellt ;-)

Zusammenfassung

Größe: 27/32
Protektoren: Taschen an Knie und Hüfte vorhanden, Knieprotektoren standardmäßig dabei
Sitz: OK auf längeren Strecken, wenn nicht zu sonnig.
Passform: OK

MotoGirl Kevlar Leggings

Die MotoGirl Kevlar Leggings ribbed habe ich mir Ende 2017 zugelegt. Die ersten Eindrücke könnt ihr hier lesen.

Jetzt bin ich zwischendurch immer wieder damit unterwegs gewesen: Anfangs habe ich sie nach der ersten Ausfahrt gleich in die Ecke geworfen. Ich bin auf meinem Motorradsitz wie bei Glatteis herumgerutscht. Nachdem ich dann den Sitz gewechselt hatte, gab ich der Leggings noch eine Chance: da war's ok. Ich bin es gewohnt, wie beim Reiten, mit dem Hintern auf der Kiste wie festgeklebt zu sitzen, da ich mit dem Popo ebenfalls die Richtung bestimme.

Die mitgelieferten Knieprotektoren habe ich irgendwann mal ausgewechselt gegen leichtere, da sie mir zu starr waren.

Fahren bei Hitze - dazu hatten wir ja in diesem Sommer genügend Gelegenheit. Ehrlich gesagt, fahre ich bei großer Hitze lieber mit einer Kevlar Jeans, da diese luftiger sind. Das Schwarz der Leggings ist bei hoher Sonneneinstrahlung kontraproduktiv. Man schwitzt sofort, wenn man z.B. an der Ampel steht, ähnlich wie im Leder. Durch die vielen Lagen ist die Leggings auch nicht so winddurchlässig, wie man vermutet. Unter die Knieprotektoren kommt gar keine Luft, da sie direkt am Knie anliegen. Hier wird's dann auch schon mal feucht.
Bei Temperaturen um die 20 Grad und etwas drüber, leicht bewölkt, ist die Leggings klasse :-) Naja, kommt ja auch aus England und alles über 20 Grad ist für die Inselbewohner schon Hochsommer.

An der Bequemlichkeit gibt's nix zu meckern: Reinschlüpfen und wohlfühlen. Wenn man der Bestellanleitung folgt, dann dürfte es normalerweise keinen Fehlkauf geben.

Die Leggings ist mir auf der Toilette beim Aus- und Anziehen etwas zu kompliziert bis man T-Shirt etc. wieder ordentlich reingestopft hat.

Ich mag die Kevlar Leggings für Fahrten hier in der Gegend. Fühle mich aber irgendwie nicht "ganz angezogen" - ich bin keine Leggingträgerin. Mir sind meine Jeans lieber.

Zusammenfassung

Größe: 38 EU
Protektoren: Taschen an Knie und Hüfte vorhanden, Knieprotektoren standardmäßig dabei
Sitz: angenehm auch auf längeren Strecken
Passform: gut

Riderdenim Bora

Die Riderdenim Bora habe ich im Frühjahr 2016 gekauft. Riderdenim ist ein türkischer Bekleidungshersteller. Die "Bora" ist allerdings eine Herrenhose. Mir gefiel die hohe Rückenpartie einfach. Ich habe darüber schon mal etwas berichtet.

Diese Hose gibt es nicht mehr zu kaufen.
Scheinbar ist die Konkurrenz einfach zu groß, um als Einzelkämpfer hier in Deutschland eine Marke zu etablieren.

Der schwere Denimstoff überzeugt, genauso wie die Kevlareinlagen an den wichtigsten Stellen. Leider ist die Hose beim Fahren mit Motorrädern mit vorverlegten Fußrasten etwas zu kurz geraten.

Schatzis Hoses von riderdenim (Modell Thunder) hingegen passt ihm super und er fährt im Sommer fast ausschließlich nur noch damit. Dabei war er mal ein überzeugter Lederhosen-Fahrer ;-)

Da sieht man, dass man nicht einfach als Frau eine Herrenhose kaufen kann und erwarten, dass sie auch sitzt.

Zusammenfassung

Größe: 28/32
Protektoren: Taschen an Knie und Hüfte vorhanden, nicht standardmäßig dabei
Sitz: angenehm auch auf längeren Strecken
Passform: so naja, da Herrenschnitt und der hohe Rücken steht bei meiner Taille einfach ab.

Hellfire Aramid

Die Hellfire Aramid habe ich mir vor 4 Jahren zugelegt. War ein Spontankauf bei Polo in Göppingen. Es war warm und die Damenabteilung bei Polo ist einigermaßen umfangreich. Da hing das gute Stück zum Angebotspreis von 79,- Euro.

Diese Hose gibt es nicht mehr zu kaufen.

Kevlarverstärkung an allen wichtigen Stellen. In dieser Hose trage ich Größe 29.
Knieprotektoren sind nachrüstbar.

Ich mag diese Hose, weil sie im Sommer einigermaßen luftig ist. Bei den Kevlarjeans ist es so, dass durch die Kevlareinlage die Hosen doch nicht so winddurchlässig sind, wie man vermuten mag. Auf längeren Motorrad-Reisen packe ich sie mir immer ein, wenn wir vor Ort Tagstouren unternehmen.

Zusammenfassung

Größe: 29 - fällt klein aus
Protektoren: Taschen am Knie vorhanden, nicht standardmäßig dabei
Sitz: angenehm auch auf längeren Strecken
Passform: gut

Fazit - Empfehlung

Ich mag Kevlar Jeans zum Motorradfahren im Sommer. Sie sind gut luftig und man sitzt nicht im eigenen Bratensaft wie bei der Lederhose. Natürlich muss man sich immer vor Augen halten, dass die Abriebwerte eben nicht so sind, wie bei Leder.

Thema Protektoren: In den Hosen trage ich Knieprotektoren, keine Hüftprotektoren. Letztere empfinde ich bei meiner Sitzposition als unangenehm auf längeren Strecken. Habe ich mehrfach versucht, sind dann aber wieder rausgeflogen.

Protektoren-Marke
, die ich durch Louis kennen und lieben gelernt habe: A-XOC. Superflexibel, leicht und tragen kaum auf. Sind geprüft und haben Level 2. Diese habe ich in meine MotoGirl Leggings eingeschoben und schon hat man keine dicken Knie mehr und man schwitzt auch nicht so wie mit den gelieferten.

Verbindungsreißverschlüsse hat keine der Hosen. Ich trage sowieso Nierengurt unter der Jacke, da stört eine Verbindung nur.

Meine Lieblingshose ist die Hellfire, weil sie vom Schnitt super aussieht, sitzt und bequem ist.

Auf der INTERMOT habe ich von Trilobite eine enge Kevlarjeans gesehen, die mir super gut gefiel. Da werde ich mal schauen, ob ich mir die für nächste Saison besorge :-)

NACHTRAG (17.03.2019) - Die Trilobite Micas Urban habe ich mir gekauft und getestet: Trilobite Micas Urban

Gedanken:
Viele schreiben immer, dass sie für kurze Strecken Kevlar Jeans tragen, für lange aber Leder wegen der Sicherheit.
Frage: Wenn ich mich auf einer kurzen Strecke bei 100 km/h auf die Klappe lege - ist das anders, als nach 400 km? 

Urlaubstouren beginnen wir im Leder, wenn die Wettervorhersage meint, es könnte mal kurz regnen. Da geht der Regen nicht gleich durch. Oder es ist etwas kühl. Aber die Kevlar Jeans haben wir immer dabei.