Jutta Warmbier, CEO von POLO Motorrad

Die Frau an der Spitze von POLO Motorrad

Wir brauchen mehr weibliche Role Models in den Führungsebenen!
Jutta Warmbier ist ein solches Vorbild: Als ehemalige Chefin des Jagdausstatters Frankonia wechselte sie 2019 zum Motorrad-Spezialisten POLO Motorrad.

Frauen in Führungsposition interessieren mich sehr, deshalb habe ich mich besonders gefreut, mit Jutta Warmbier ein Interview führen zu dürfen. Sie steht an der Spitze einer immer noch sehr männerlastigen Branche und lenkt seit zwei Jahren erfolgreich deren Geschicke.

Jutta Warmbier, CEO von POLO Motorrad
Jutta Warmbier, CEO POLO Motorrad

Frau Warmbier, warum wollten Sie zu POLO?

Im Handel bin ich zu Hause. Und ich konnte mich schon immer für leidenschaftliche Themen begeistern, bei denen Kunden und Angestellte eben diese Leidenschaft teilen. Daher musste ich nicht lange überlegen und habe die Gelegenheit beim Schopfe gepackt, mich in ein neues Abenteuer zu begeben. Denn auch das Sammeln neuer Erfahrungen bereitet mir immens große Freude.

Sie hatten bis dahin keinen Motorradführerschein: Wann und Warum haben Sie ihn dann gemacht?

In meiner Jugend bin ich oft auf dem Motorrad mitgefahren und war auch schon kurz davor den Führerschein zu machen, dann hat sich aber einfach nie die Gelegenheit geboten. Als ich bei POLO anfing hieß es also jetzt oder nie! Für mich war klar: Das musst du jetzt machen. Das bin ich den Kundinnen und Kunden von POLO schuldig, zu verstehen, was sie bewegt und was sie antreibt. Nur wenn ich ihren Alltag teile und zu verstehen lerne, kann ich Entscheidungen treffen, die ihren Bedürfnissen gerecht werden.

Was fahren Sie für ein Motorrad?

Ich habe mich tatsächlich noch nicht für ein eigenes Motorrad entscheiden können. Probefahren und Ausprobieren wäre für mich entscheidend, leider lässt mein Kalender es in Coronazeiten nicht zu, verschiedene Modelle zu testen. Spätestens zu unserem Bikers Day an unserer Zentrale (voraussichtlich Anfang September), bei dem wieder zahlreiche Hersteller in Jüchen sein werden, werde ich die Gelegenheit nutzen und verschiedene Modelle Probe fahren. Bis dahin greife ich gerne auf unseren Fuhrpark zurück, aktuell am liebsten auf eine Kawasaki Ninja 650. Die Sitzhö he finde ich optimal und ich gewöhne mich langsam, aber sicher an die sportliche Fahrweise.

(Anmerkung d.R.: Jutta Warmbier hat mir verraten, das sie 1,74m groß ist)
Jutta Warmbier auf dem Motorrad

Wie viele Kilometer sind Sie im Jahr unterwegs?

Leider noch nicht ansatzweise so viele wie ich gerne würde. Allerdings begleite ich meine Kollegen aus dem Category Management mittlerweile regelmäßig zu internen Produkttests. Und seit Mai finden zudem 14tägig 2-3 stündige Ausfahrten mit der POLO Belegschaft statt, an denen sich jeder, der möchte beteiligen kann.

Was bedeutet Motorradfahren jetzt für Sie?

Neben dem beruflichen Aspekt tatsächlich einen ganz persönlichen. Helm auf, Welt aus liest man ja oft und so ist es auch. Nach einem Tag mit Dauermeetings, Corona Task Force und jeder Menge Zahlen ist das Motorradfahren ein willkommener Ausgleich geworden, bei dem man trotz der vermeintlichen Beschleunigung wunderbar entschleunigen kann.

Was bringt das an Erkenntnissen für Ihren Beruf?

Wie schon gesagt in jedem Fall das Verständnis dafür, was unsere Kundinnen und Kunden bewegt, was ihnen wichtig ist. Manchmal auch ganz Banales wie eine zu versteckte Schlüsseltasche. Wenn ich die suchen muss, muss das jeder andere auch.

Was möchten Sie verändern?

Ganz klar den Kunden/die Kund in und deren Bedürfnisse in den Mittelpunkt zu stellen. Die Zeiten, in denen es nur einen Handschuh gab und der dann eben mangels Auswahl gekauft wurde, sind lange vorbei.

Bei POLO stehen wir mit unserem Leitgedanken WE CARE FOR YOUR RIDE! Genau dafür ein, jedem das richtige für seine/ihre Bedürfnisse anbieten zu können.

Was haben Sie bereits verändert?

Tatsächlich eine ganze Reihe von Themen, die sich in der Coronazeit zum Glück bezahlt gemacht haben. So konnten wir beispielsweise unser letztjähriges Geschäftsjahr trotz zeitweise geschlossener POLO Stores mit einem deutlichen Umsatzplus abschließen.
Mein Ansatz ist dabei immer der gleiche: die grundlegenden Prozesse müssen sauber aufgesetzt sein, funktionieren und ihren Fokus auf die Kundenorientierung richten, da ist Handel letztlich egal in welcher Branche, immer gleich

Jutta Warmbier auf dem Motorrad

Finden Sie, dass Frauen im Motorradbereich immer noch zu „unsichtbar “ sind?

Mit rund 13% der Motorräder, die in Deutschland auf Frauen zugelassen sind, sind wir rein statistisch natürlich noch stark unterrepräsentiert. Aber, und das zeigen die abgelegten Führerscheinprüfungen deutlich, die Tendenz ist ganz klar steigend. Auch wir merken das in einer immer höheren Nachfrage nach nach unserem Damensortiment, das wir bereits seit Jahren kontinuierlich weiterentwickelt und ausgebaut haben. So arbeiten in unserer unserer Produktentwicklung bspw. nicht ausschließlich Männer, die dann nach dem dem Prinzip „pink it shrink it“ verfahren, sondern gestandene Motorradfahrerinnen, die maßgeblich an der Entwicklung speziell auf Frauen zugeschnittener Motorradbekleidung beteiligt sind.

Glauben Sie, dass Frauen im Motorradbereich immer noch nicht richtig ernst genommen werden?

Zumindest aus meiner eigenen Erfahrung heraus kann ich das nicht bestätigen. In den nun mehr über zwei Jahren bei POLO habe ich eine ganze Reihe an Geschäftspartnern aus Industrie und Handel kennenlernen dürfen und hatte nie den Eindruck, dass ich aufgrund meines Geschlechts nicht ernst genommen werde. Im Gegenteil hatte ich bislang immer den Eindruck, dass man sich auf Auge nhöhe begegnet. Die Erfahrung, das Können und die Leidenschaft für das Thema sind letztlich ausschlaggebend, wie ich finde. Von daher kann ich alle motorradbegeisterten Frauen nur dazu aufrufen, sich in ihrem Hobby /Ihrer Leidenschaft zu engagieren!

Was halten Sie von dem, leider immer noch häufigen Motto „Shrink it and pink it“ für Damen Motorradbekleidung?

Wer so handelt kann und soll es gerne tun, denn das spielt uns bei POLO letztlich in die Karten. Wie bereits dargestellt arbeiten in unserer Produktentwicklung Bikerinnen, die aus ihrer eigenen Erfahrung heraus wissen, worauf es Frauen ankommt. Klar haben wir in der Vergangenheit auch mal danebengegriffen, keine Frage. Aber gerade in dieser Saison haben wir mit der konsequenten Weiterentwicklung unseres Damensortiments in allen Bereich bewiesen, dass wir beim Thema Motorradfahrerin auf der Überholspur sind. Wer immer noch nicht verstanden hat, dass kleiner und pink nicht funktionieren, der muss ganz schnell aufholen oder hat in ein paar Jahren gehörig das Nachsehen.

Herzlichen Dank!

Liebe Frau Warmbier, vielen herzlichen Dank für Ihre Zeit!

Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg! Außerdem wünsche ich Ihnen und Ihrem Team viele Ideen, Motorradfahrerinnennach ihren Bedürfnissen und sicher auszustatten! 

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