b196-Erweiterung des Führerscheins

B196 Führerschein-Erweiterung - Sinn oder Unsinn?

Über eineinhalb Jahre gibt es nun die Erweiterung des Autoführerscheins mit dem Schlüssel B196. Heißt im Klartext: 
Als Autofahrer*in, im Besitz des Führerscheins seit mindestens 5 Jahren, mindestens 25 Jahre alt, kann man nach ein paar Fahrstunden (min. 5 Std á 90 Minuten) und vier Stunden Theorie nach dem Abnicken des Fahrlehrers mit einem 125er Motorrädle auf die Straße. 

Laut Kraftfahrbundesamt ist diese Erweiterung 2020 sehr beliebt. Knapp 78.000 Menschen haben bereits diese Erweiterung gemacht. Sicherlich ein riesiger Erfolg für die  Hersteller dieser kleinen Hutscherl: Die Neuzulassungen von 125er-Motorrädern stiegen 2020 um 77,5 Prozent und die 125er Roller konnten zu 2019 eine Steigerung von 107,6 Prozent verbuchen.

B196 - Was darf man damit?

Ich möchte mich jetzt nicht darüber auslassen, ob eine Ausbildung mit fünf Doppelstunden nun gehaltvoll ist. Außerdem ist man da auch ein bißchen vom Fahrlehrer abhängig, der Dir bescheinigen soll, dass Du auf den öffentlichen Verkehr losgelassen werden kannst. Da können aus fünf auch schon mal zehn Doppelstunden werden ... 

Was kann man denn jetzt mit dieser Erweiterung anfangen?

Man darf damit ein 125 ccm Motorrad oder Roller mit maximal 15 PS fahren. 

Was kann man damit NICHT?

Mit dem 125er-Motorrad darf man nicht ins Ausland.
Es ist keine Aufstiegsregelung z.B. nach A2 möglich -> Genaue Beschreibung, was man bei Aufstieg tun muss: hier

 

B196-Führerschein für 125er Motorrad oder Roller

B196 - Sinn oder Unsinn - mein Kommentar

Für mich macht die B196-Erweiterung nur Sinn, wenn man im Stadtverkehr agiler unterwegs sein möchte. Mit einem E-Roller / Roller schnell mal zum Badesee oder Freibad. Aber wirklich Tourentauglich empfinde ich solche kleinen Teile nicht. Man darf ja damit auch gar nicht aus Deutschland raus. Wer auf dem Land wohnt, wird zum Einkauf eher selten damit unterwegs sein.

Es ist Unsinn, diese Erweiterung als Einstieg ins Motorradfahren zu nehmen, nur, weil man da keine Prüfung machen muss.

Argument ist oft, dass man, wenn man dann doch einen Motorradführerschein machen will, schon viel Erfahrung sammeln konnte. Mag sein, mag aber auch nicht sein. Wenn man sich einen schlechten Fahrstil angewöhnt, muss man ihn sich beim Upgrade in der Fahrschule mühsam wieder abgewöhnen.

Es ist doch etwas anderes, ob man nun auf einer leichten 125er sitzt, die danach verlangt, ständig getreten zu werden oder auf einem Hubraum- und PSstarken Motorrad. Ich fand den Umstieg von 125 ccm auf 690 ccm schon gewöhnungsbedürftig.

Ebenso muss man die Grundfahraufgaben noch trainieren. Das Ganze erinnert mich ein bißchen daran, dass Kinder in der Grundschule einmal schreiben durften, wie sie wollten. Dann kam aber später das böse Erwachen, dass das doch nicht richtig war und mühsam alles wieder "neu" gelernt werden musste.

Kosten:

Ich habe schon von 600 Euro bis 1.00 Euro gelesen für den B196. Dieses Geld würde ich lieber sparen und in den Motorradführerschein investieren. Durch die B196-Erweiterung gewinnt man nichts: Es müssen alle Pflichtfahrstunden gemacht werden (12 bei A), es müssen alle Grundfahrübungen auf der A-Maschine trainiert werden und natürlich wieder Theoriestunden.

Wo wir dann bei dem Punkt sind, dass die meisten sich ihren Motorradführerschein als lang ersehnten Traum in reiferem Alter erfüllen. Da sollte man gleich auf A (also unbegrenzt) gehen. A2 macht in vielen Fällen gar keinen Sinn. Es sei denn, Mann/Frau findet wirklich kein passendes Motorrad aufgrund der Körpergröße oder anderer Handycaps.

Zurück zum B196:
Ich weiß, viele sagen zu Anfang: Das reicht mir lange! Ich will ja nur mal so ein bißchen rumfahren. Das habe ich selbst bei meiner 535er Virago gesagt. Die war nach einer Saison wieder weg, für mehr Bumms ...

Und später in Foren lese ich sehr häufig: Jetzt würde ich doch gerne was Größeres fahren. Habe mich zum A-Schein angemeldet. Heißt also: wieder Geld und Zeit investieren.

  • Anmeldegebühr (400-500 €),
  • Fahrstunden (min. 12 Pflichtfahrstunden  á ~70 €)
  • Prüfungsgebühren (Theorie ~70 €, Praxis ~ 180 €)
    (Quelle: ADAC)

So kommt man auf mindestens 1.500 €, wenn man nur die Pflichtstunden berücksichtigt. Da ist man noch keine Grundfahraufgabe gefahren! Das wäre dann das Geld, welches man vorher in den B196 gesteckt hat: Nämlich für das Trainieren der Grundfahrübungen. Ich kenne niemanden, der ohne Üben, die Grundfahraufgaben auf Anhieb prüfungsreif gefahren ist.

Niemand ist gezwungen, gleich zu Anfang mit 200 PS durch die Weltgeschichte zu düsen. Du kannst Dir genauso gut mit einem A-Schein zum Üben eine 125er kaufen. Wenn Du aber dann wechseln möchtest, steht Dir die gesamte Motorradpalette offen ...

Mein tipp zur B196-Erweiterung

Mein Tipp

Wer also keinen Geldesel zuhause hat, der sollte sich gut überlegen, ob er das sauer verdiente und gesparte Geld nicht gleich in etwas "Gscheits" investiert.

Mutti sagte immer:

Kaufste billig, kaufste zwei Mal.

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