Das Altmühltal

Eine der schönsten Strecken für Cruiser ist meiner ErFahrung nach das Altmühltal. Die historischen mittelfränkischen Städtchen an der Strecke laden durchweg alle zum Pausemachen ein.

Der Teil der Altmühl, den wir fahren, liegt - wie sollte es auch anders sein - im Naturpark Altmühltal. Wir fahren von West nach Ost. Am östlichsten Zipfel befindet sich Kehlheim mit Donaudurchbruch und der ältesten Klosterbrauerei der Welt: Kloster Weltenburg.

Daran erkenn' ich meine Pappenheimer 

Wir haben bis zum Beginn der Tour eine Anreise von rund 120 km und steigen ins Altmühltal südlich von Treuchtlingen ein: An der Kreuzung B2 / St2230 Richtung Pappenheim. Ja genau, die Pappenheimer aus "Wallensteins Tod", in dem Schiller den Feldherrn Wallenstein sagen lässt: „Daran erkenn' ich meine Pappenheimer.“wallenstein pappenheim

Hier könnte man schon das erste Mal abbiegen und der Burg Pappenheim einen Besuch abstatten. Aber wir wollen ja fahren. Vielleicht für den Rückweg merken. Grundsätzlich gilt auf dieser Strecke: Die Route, wenn nicht gerade beschränkt auf 70 km/h oder eine Ortschaft kommt, ist ganz entspannt mit den erlaubten 100 km/h zu fahren (wir halten uns ja alle an die StVO ;-)). Die Straßen sind bis zum Ende gut und die Landschaft abwechslungsreich: vom schmalen Tal bis zu sonnigen breiten Wiesen an der Altmühl. Fahrerisches Können ist hier nicht gefragt, sondern die Lust am Cruisen und Genießen.

Archeopteryx und 12 Apostel

Bis Solnhofen cruist man auf der gut ausgebauten Staatsstraße mal links, mal rechts an der Altmühl entlang. In Solnhofen ist der erste Archeopteryx zu bestaunen. Die ganze Gegend ist berühmt für seine Fossilienfunde und den typischen Solnhofener Marmor. Auch hinter Solnhofen geht's gut weiter - nur sollte man da jetzt einmal den Blick nach links oben schweifen lassen. Dort sind die berühmten 12 Apostelzu sehen. Eine Felsformation, die das Altmühltal beeindruckend säumt.

Jetzt wird's barock

Heiter weiter durch Dollnstein bis wir Eichstätt erreichen. Hier sollte man unbedingt in die Altstadt abbiegen und sich in einem der vielen Straßencafés des barocken Ambientes der geschichtsträchtigen Probsteien, Kirchen und der Bischofsresidenz einen Eiskaffee gönnen. Parkmöglichkeiten für Motorräder bieten sich direkt am Marktplatz. Oberhalb Eichstätts thront die Willibaldsburg über dem Altmühltal. Eichstätt sollte man auf jeden Fall gesehen haben.

Anmerkung: Wer meint, er müsse einen Abstecher die B13 Richtung Weißenburg raufballern, weil schön kurvig, der sei gewarnt: Hier ist 60 km/h, es gibt Fahrbahntrenner und parken für Motorräder auf dem Aussichtsparkplatz ist verboten. Ist seit Jahren so und das ist gut so. Da haben sich nämlich früher die Knieschleifer gerne und oft die Rübe eingerannt. Unverbesserliche gibt's immer ...

Die Altmühl wird schiffbar

Weiter töffeln wir von Eichtsätt links der Altmühl durch Kipfenberg, Kinding nach Beilngries. Hier überquert man die Sulz, um sich dann wieder in Richtung Dietfurt an der Altmühl zu wenden. Ab Dietfurt ist dieses langsam fließende Gewässer schiffbar. Wer möchte, kann hier Station machen und eine Schifffahrt genießen. Jetzt ist es auch nicht mehr weit bis nach Kehlheim.

Donaudurchbruch und das älteste Klosterbier

Kaum hat man Dietfurt verlassen und erfreut sich an der schönen Landschaft, der schönen Straßenführung und den würdevoll oberhalb wachenden Burgen, ist man fast unbemerkt in Kehlheim angekommen. Rechts wird man hoch oben von der majestätisch anmutenden Befreiungshalle empfangen. Hier haben wir auch den äußersten Zipfel des Naturparks Altmühltal erreicht. 

Das ältestes Wirtshaus der Welt

Wir haben uns von Kehlheim gen Norden gewandt nach Eilsbrunn. Sobald man den letzten Kreisel der Stadt verlassen hat, überrascht die Strecke mit fröhlichen Kurven, Wald und einer kurzen Fahrt entlang der Schwarzen Laber. Auch hier kann man nie über die Qualität der Straßen meckern. Eher das Gegenteil ist der Fall :-)

Eilsbrunn begrüßt den erschöpften Motorradfahrer gleich linker Hand (gegenüber der Dorfkirche versteht sich) mit dem ältesten Wirtshaus der Welt und einem prächtigen zünftigen Biergarten. Das Gasthaus Röhrl steht im Guinnessbuch, da es schon in elfter Generation in Familienhand geführt wird.

Ein Hotel ist an das Gasthaus angegliedert, wir haben uns allerdings 100 Meter weiter oberhalb im Landgasthof Erber einquartiert. Das Haus ist im Hotel-Teil sehr neu, alles ist super sauber, modern und zweckmäßig. Ein hübscher Biergarten lädt zum Verweilen ein.

<Ironie an> Zum Leidwesen mussten wir unser traditionelles Happy-Landing-Bier im Biergarten des ältesten Wirtshauses der Welt zu uns nehmen <Ironie aus>. (Das Gasthaus Erber hat eben erst ab 18 Uhr Gastbetrieb.) So haben wir dort ein typisches "Röhrlbräu" zur Freude unseres ausgedörrten Körpers zu uns genommen. Nach ausreichender Flüssigkeitszufuhr und einem Kinnladenklapper bei dem Bierpreis (3,80 € für 0,5l) haben wir uns dann wieder zu unserem Gasthof Erber aufgemacht und dort gutbürgerlich gespeist und ein Helles zum vernünftigen Preis genossen.

Schlussendlich lagen wir gut genährt, mit bestem Bier versorgt und glücklich in unserem Bett. Die Fahrt hatte sich gelohnt, das Dorf und die Gastrodichte war perfekt und so schliefen wir selig ein.

Tipps

Die Gegend im Naturpark Altmühltal ist sehr touristen- und geldbeutelfreundlich. Ich habe selbst in der Gegend fünf Jahre gewohnt. Neben dem Altmühltal ist das  fränkische Seenland sehr zu empfehlen. Altmühl- und Brombachsee laden zu Camping, Cruisen und relaxen ein. Ich persönlich bevorzuge den Altmühlsee. Eine Fahrt mit der MS Altmühlsee - dem einzig unsinkbaren Schiff der Welt - ist Pflichtprogramm bei uns - jedes Jahr. Die Städte Weißenburg sowie Gunzenhausen glänzen jeweils mit einer wunderschönen historischen Innenstadt und lebendiger römischer Geschichte. In Gunzenhausen hat man auch schon einen Teil der Altmühl direkt vor der Nase.

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