50.000 Kilometer auf Indianers Sohlen - Fazit Indian Scout

Das oben schon angesprochene Fahrwerk ist als solches nicht wirklich zu bezeichnen. Die Federbeine sind Standard: Für Fahrer ab 75 kg ausgelegt. Entsprechend liegt die Scout erst satt auf der Straße, wenn ich hinten mein Gepäck für nen 14tägigen Urlaub festgeschnallt habe. Da ich weder Windshield noch sonst gewichtbringende Satteltaschen an meiner Scout habe (weil ich's nicht mag), kann ich so auch kein Zusatzgewicht generieren.

Der geringe Einschlagwinkel des Lenkers, damit einhergehend ein riesiger Wendekreis, lässt so manches Wendemanöver an Engstellen zum Rangierhappening werden. Das wurde aber wohl in den Nachfolgemodellen geändert.

Trotz allem lässt sich die Kleine äußerst willig, in ihrem Rahmen flott, durch Serpentinen und Kurven manövrieren. Schräglagenfreiheit wird mit 31° angegeben. Man kratzt schon mal bei moderater Kurvendurchfahrt mit den Fußrasten auf dem Asphalt. Die Bremsen sind passend zum Motorrad und cruisertypisch etwas schwammig. Mit dem ABS lässt sich also gerne mal beherzt der Anker werfen, ohne dass man vor einem blockierenden Rad Angst haben muss.

Indian Scout mit Weißwandreifen

Bei den Reifen nutze ich seit Jahren den Metzeler Marathon Ultra 888. Seit knapp 2.500 km die Weißwand Variante. Damit bin ich zufrieden, auch im Nassen. Der Weißwand-Reifen hat allerdings einen etwas anderen Querschnitt. Normalerweise fahre ich meinen Hinterreifen gut bis "auf Kante" ;-), was bei der WW-Version nicht funktioniert. Ich komme eine Saison mit einem Satz Reifen aus (also zwischen 12.000-17.000 km). Dieses Jahr brauchte ich allerdings zwei Vorderreifen, ich bremse halt immer in die Kurven hinein ;-)

Wo wir beim nächsten Punkt wären: Aufstellmoment. Das ist durch das dicke Vorderrad echt groß. Während meine Intruder mit dem 110er "Reifchen" bei beherzten Bremsvorgängen in Kurven nicht gezuckt hat, stellt sich die Scout schon immens auf. Auch daran gewöhnt man sich im Laufe der Zeit.

Der wassergekühlte, kurzhubige V-Twin mit elektronischem Gas reagiert direkt ohne dabei giftig zu sein. Die 89 Nm entfalten sich bei einer Drehzahl von 5.600 U/min. Die neuen Modell sogar schon bei 5.000 U/min. Das heißt allerdings auch, dass ich meine Scout Sixty sehr oft "zwiebeln" muss. Auf vielbefahrenen Landstraßen nutze ich nur noch äußerst selten den fünften Gang. Bis kurz über 100 km/h ist der 4. Gang auch auf längerer Strecke vollkommen ausreichend. Damit erübrigt sich häufiges Herumgeschalte zum Überholen oder Kurvenfahren. Der fünfte Gang wird nur für absehbar langdauernde Strecken und die Autobahn genutzt. Im Laufe der Zeit hat sich herausgestellt, dass ich mir einen etwas voluminöseren Motor wünschen würde. Und damit meine ich nicht die verkappte 1200er Schwester, sondern wirklich mehr Hubraum mit 1300-1400 ccm im Gewand der Scout.

Natürlich verbraucht so ein Motor auch Benzin, immer das gute Super E5. Ich fahre sie zwischen 3,8 Liter und 4,3 Liter, je nach Lust und Laune. Die angegebenen 5,2 Liter habe ich noch nie angekratzt. Damit reicht der 12,5 Liter-Tank locker 230 -240 km bis das orangefarbene Lämpchen im Tacho leuchtet.

Im Sommer an Ampeln bruzzelt einem schon mal der rechte innere Oberschenkel an. Der hintere Zylinder in Kombination mit den beiden Auspuffrohren auf der Seite machen das Anhalten zur Hampelmann-Nummer. Ich stehe zwischendurch mal gerne an der Ampel aufrecht, um der Hitze zu entgehen. Ein kleiner Wermuthstropfen im Sommer ist der Tacho. Der führt bei Hitze und langer Fahrt sein Eigenleben: Der Zeiger springt nur ungleichmäßig nach unten, wenn man das Gas zudreht. Manchmal zeigt er auch 20 km/h zu viel an. Letzteres lässt sich durch Anhalten, Zündung ausschalten und starten wieder beheben. Die hakelige Bewegung des Zeigers zurück stört mich nicht weiter und habe ich auch nicht reparieren lassen.

Langzeittest Indian Scout

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