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Teneriffa wurde mir empfohlen als ein Klassiker unter den Motorrad-Destinationen. Kurven, Vulkanlandschaft, ganzjährig fahrbar. Klingt nach dem perfekten Trip. War es… teilweise.

Vorweg: Ich war froh, dass ich es überhaupt zum Flughafen geschafft habe. Schatzis Auto hat nämlich morgens um kurz vor 4 Uhr auf der B10 beschlossen, einfach nicht mehr weiter zu fahren. So musste ich mit dem Taxi zum Flughafen und Schatzi mit dem ADAC wieder heim. Aber fangen wir an:

Anreise etc. lasse ich bewusst weg, da es kein genauer Reisebericht werden soll, sondern meine gesammelten Eindrücke widerspiegelt.

 

 

Tag 1: Masca - Empfehlung mit Beigeschmack

„Fahr unbedingt nach Masca“, haben sie gesagt: Also gemacht.

Die ersten 17 Kilometer von Buenavista del Norte Richtung Masca? Genial. Flüssig zu fahren, schöne Linien, genau das, was man sich wünscht. Im Ort selbst ein Menschenauflauf, als gäb's da was umsonst: Ja, Aussicht und Landschaft. Daher habe ich erst gar nicht angehalten.
Und dann kamen die letzten 5 Kilometer von Masca bergauf nach Santiago del Teide:
Stop-and-go, Hupkonzert, der Geruch überforderter Kupplungen in der Luft und ständig die Angst, dass dir jemand beim Anfahren rückwärts ins Motorrad rollt.

 

Die Straße ist so eng, dass selbst Radfahrer nicht zwischen Fahrzeugen überholen. Das sagt alles.

Die Kehren? Extrem eng. Ohne Gegenverkehr gut zu fahren, aber nix für blutige Anfänger
Der Verkehr? Zu viel.
Die Stimmung? Angespannt und genervt.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass an diesem Tag einige Außenspiegel und Kotflügel ihr Leben gelassen oder zumindest einige Kampfspuren abbekommen haben.

Kurz gesagt:
Masca kann spektakulär sein, aber nicht unter diesen Bedingungen.

 

Tag 2: Eine kleine Entschädigung für den ersten Tag

Esperanza Teneriffa

Am nächsten Tag: 230 Kilometer.

Erst Nebel auf der Autobahn Richtung Norden – unspektakulär.
Dann der Abzweig auf die Esperanza Richtung El Teide.

Und plötzlich ist da dieses Gefühl.

Du fährst durch einen Wald, der wirkt wie aus einem Film. Licht bricht durch die Bäume, Nebelschwaden ziehen über die Straße, die Szenerie verändert sich im Minutentakt.

Sonne.
Nebel.
Schatten.
Wieder Licht.

Hier ist es endlich: dieses freie, ruhige, fast meditative Fahren.

An einem Aussichtspunkt öffnet sich der Blick auf den Teide. Wolkenumwabert und majestätisch.
Ein paar Minuten später verschwindet er wieder hinter Wolken. Fast, als hätte man ihn sich nur kurz ausleihen dürfen.

Die Strecke führt weiter nach oben, bis auf etwa 1700 Meter. Und ja, dort wird es spürbar kühler.

Teneriffa Motorrad El Teide

 

Motorrad Pause auf Teneriffa

Ein kurzer Stopp. Durchatmen. Hände wärmen.

Dann geht es weiter bergabwärts Richtung Güímar und von dort auf halber Höhe des Bergs nach Vilaflor.

 

Und hier zeigt die Insel ihre anspruchsvolle Seite.

Böiger Wind zerrt an Dir. Ausgerechnet in dieser Zeit war noch mal eine Portion Extra-Wind angesagt.
Die Straße (die TF-28) ist eigentlich sehr gut, nur in dieser Richtung hast Du den Berg an Deiner rechten Schulter. Das heißt im Klartext:
Kurven ziehen sich um Felsen, die du nicht einsehen kannst. Tipp: Wenn Teneriffa, dann sollte man die TF-28 von Villaflor nach Güimar fahren, der Übersicht wegen.

Dazu kommen immer wieder schmale Brücken mit Vorfahrtsregelungen, die man besser im Blick behält. Gegenverkehr gibt es, aber deutlich weniger als am Vortag - also hier "oben".

Teneriffa TF 28

 

Fazit nach zwei Tagen: Ein gespaltenes Bild

stau auf der Autobahn

Und trotzdem bleibt ein Zwiespalt.

Ja, Teneriffa kann großartig sein.
Diese Momente auf der Esperanza zeigen genau das.

Aber sie stehen in einem starken Kontrast zu dem, was den Großteil der Insel prägt:

Zu viele Menschen.
Zu viele Autos.
Zu viel Verkehr, der das Fahren immer wieder ausbremst.

Das Gefühl von Freiheit, das Motorradfahren eigentlich ausmacht, wird hier oft zur Geduldsprobe.


Gesamtfazit: Nicht jede Empfehlung passt

Teneriffa hat schöne Strecken. Wirklich.

Aber für mich überwiegt der Eindruck von Massentourismus.
Zu voll, zu laut, zu wenig Raum für das, was Motorradfahren und Urlaub für mich ausmacht.

Ich will Flow.
Ich will Ruhe.
Ich will Strecken, auf denen ich mich auf das Fahren konzentrieren kann und nicht auf den nächsten Stau.

Deshalb ist für mich klar:

Das war vorerst mein letzter Motorradurlaub auf Teneriffa oder anderen Inseln der Kanaren.

Es gibt genug Orte, die genau das bieten, was ich suche.
Und genau dorthin zieht es mich.

Teneriffa Motorrad im nebel

 

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