Metzeler Cruisetec Langzeittest auf der Indian Scout

Metzeler Cruisetec Langzeittest auf der Indian Scout

In der Saison 2021 erhielt ich die Möglichkeit, die neuen Metzeler Cruisetec auf Fahreigenschaft und Langlebigkeit zu testen. Auf meiner Indian Scout fahre ich seit fast 50.000 Kilometer die Metzeler Marathon Ultra ME 888. Der Name ist da Programm - hohe Laufleistung. 

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In einer durchschnittlichen Saison bin ich rund 13.000 km unterwegs. So lange hält bei mir auch ein Satz Reifen. In der Saison 2020 habe ich sogar zwei Vorderreifen gebraucht: Meine Fahrweise mit spät in die Kurven reinbremsen und früh wieder ans Gas haben ihren Tribut gefordert.

Was ist anders am Cruisetec?

Metzeler Cruisetec auf der Indian ScoutDen Cruisetec konnte ich direkt im März zum Saisonbeginn auf meiner Indian Scout montieren lassen. Er unterscheidet sich um Einiges zum Metzeler Marathon Ultra ME888 in Material, Form und Profilschnitt. 

Material des Cruisetec

Der Reifen hat einen hohen Silica-Anteil. Der Hinterreifen wartet zusätzlich mit einer Bi-Compound Mischung auf. Was bei Sportreifen Standard ist, wurde nun auch auf einen Cruiser-Reifen übertragen: Das heißt, an den Seiten befindet sich eine weichere Gummimischung. So soll ein "sportlicheres" Fahren ermöglicht werden, da der Reifen schneller Temperatur bekommt = besseren Grip. Kein Vorteil ohne Nachteil: weicheres Gummi reibt sich auch schneller ab. Zudem soll der hohe Silica-Anteil einen besseren Nassgrip bieten. 

Form des Cruisetec

Im Gegensatz zum Marathon ist der Cruisetec um einiges runder. Das soll ein agileres und einfacheres Kurvenfahren ermöglichen. Außerdem wirbt Metzeler damit, dass dadurch (neben den Materialeigenschaften) sich der Reifen gleichmäßiger abfahren soll.

Kurvenverhalten des Cruisetec

Nach der Montage der Reifen ist, wie bei jedem anderen frischen Motorrad-Pneu auch, etwas Vorsicht angesagt. Ist der Reifen einigermaßen angefahren, kann frau auch mal ordentlich rechts am virtuellen Kabel drehen.

Meine erste kleine Tour ging, wie üblich, durch's Kochertal. Die Strecke und ihre Besonderheiten kenne ich mittlerweile schon fast mit geschlossenen Augen. Da kann ich gut die Unterschiede direkt feststellen. Langgezogene Kurven, die man lässig mit 100 km/h nehmen kann (sofern man sich nicht gerade in einer 70er Beschränkung befindet) machen einen großen Spaß. Bei diesem ersten Test ist mir die Laufruhe in der Schräglage aufgefallen. Dem Bruder, der Marathon Ultra, merkt man sein hartes Gummi und das tiefe Profil in solchen langen, schnelleren Kurven an, indem er Vibrationen bis ans Popometer und den Lenker weiter gibt. Der Metzeler Cruisetec hingegen liegt satt und ruhig. Da bekommt man gleich ein gutes Vertrauen in den Reifen. Spitzkehren und Serpentinen lassen sich mit dem Cruisetec ebenfalls mühelos durchzirkeln. Da hat Metzeler definitv nicht zu viel versprochen.

Nassgrip des Cruisetec

Bei Nässe bin ich ja nicht ganz so viel unterwegs ;-), wenn es sich vermeiden lässt. Trotzdem habe ich doch den einen oder anderen Duscher in der letzten Saison abbekommen. Auch da schlägt sich der Cruisetec wirklich gut. Ich hatte keinen Meter ein mulmiges Gefühl. Natürlich fahre ich im größten Regen nicht wie eine Irre, sondern immer passend zur Situation.

Laufleistung des Cruisetec

Bei Reifen kommt es, neben den Materialeigenschaften, auch immer auf die eigene Fahrweise und den Straßenbelag an, wie lange so ein Gummischuh hält. Oben erwähnte ich bereits, dass ein Metzeler Marathon Ultra ME 888 rund 13.000 Kilometer bei mir hält, vorne wie hinten. Der Cruisetec ist jetzt seit etwas über 11.000 Kilometern auf meiner Indian Scout. Ich war damit auf unterschiedlichsten Asphaltbedingungen unterwegs. Rauher Straßenbelag killt natürlich immer etwas mehr Gummi, als ein samtiger Flüster-Asphalt. Tief in die Kurve reinbremsen und noch in Schräglage am Gas aus der Kurve beschleunigen, radiert die weicheren Seiten des Reifens logischerweise ebenfalls schneller runter.

Mit 11.000 Kilometern ist der Reifen kurz vor der Grenze, dass ich ihn runterschmeißen werde. 

Fazit zum Cruisetec

Ich kann den Reifen ohne Abzüge für die Indian Scout empfehlen. Gutes Fahrverhalten, Sicherheit und Vertrauen zur Verbindung mit der Straße erkauft man sich eben mit weniger Laufleistung. Das ist aber ok.
Der Reifen neigt etwas zur Sägezahnbildung. Doch das ist bekanntermaßen kein Mangel.

Er kommt gut auf Temperatur (ja, auch Cruiserreifen werden warm), soweit ich das bei den wenigen Fahrten ins Büro beurteilen konnte, die ich morgens um 6 Uhr bei leichten Minusgraden absolviert habe.

Schade nur, dass es den nicht als Weißwand Reifen gibt. Vielleicht überlegt sich das Metzeler ja noch mal.

Bericht auf Youtube

Bilder vom Metzeler Cruisetec

 

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Mo von Mo's Bike Blog

Seit 2013 bin ich leidenschaftlich auf Chopper / Cruisern unterwegs.
Jedes freie Wochendende oder Urlaub verbringe ich auf zwei Rädern.
Ab März fahre ich mit dem Mopped ins Büro 30 km ins Büro - egal, wie kalt es ist.

Über 100.000 Kilometer durfte ich bereits auf zwei Rädern verbringen.

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Yamaha Virago 535
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